Papierflieger basteln

Ein Blatt Papier, ein paar Falze, fertig. Hier findest du Faltanleitungen mit jedem Schritt einzeln gezeichnet und nachgerechnet. Ohne Schere, ohne Kleber, aus einem einzigen Blatt A4.

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Weißer Papierflieger im Flug vor hellem Himmel

Welcher Flieger passt zu dir?

Papierflieger sind ein Kompromiss zwischen zwei Dingen: Gewicht vorne und Fläche hinten. Viel Gewicht in der Nase heißt schnell und weit, aber kurz. Viel Flügelfläche heißt langsam und lange, aber nicht weit. Kein Modell kann beides, und deshalb lohnt es sich, vor dem Falten zu wissen, was man eigentlich will.

Die Anleitungen

Vier Modelle, vier Bauprinzipien: Fläche beim Gleiter, Nasengewicht beim Pfeil, ein kopflastiger Balken beim Looping-Flieger und ein Verriegelungsfalz beim Nakamura-Lock. Mehr Modelle heißt von hier an vor allem mehr Varianten dieser vier.

Welches Papier?

Normales Druckerpapier in DIN A4 mit 80 g/m² ist für alle Anleitungen hier die richtige Wahl, und zwar nicht aus Bequemlichkeit: Dünneres Papier hält den Falz nicht und die Flügel schlagen im Flug, dickeres lässt sich an der Nase nicht mehr sauber in mehreren Lagen falten.

Kariertes oder liniertes Papier funktioniert genauso gut wie weißes. Finger weg dagegen von Zeitungspapier (es reißt an den Falzen) und von Fotopapier, das zu steif ist.

Sauber falten in drei Regeln

  1. Auf einer harten Unterlage arbeiten. Auf dem Teppich oder auf dem Schoß wird kein Falz scharf.
  2. Erst ausrichten, dann drücken. Kante genau auf Kante legen, mit einem Finger festhalten und erst dann den Falz von der Mitte nach außen streichen.
  3. Mit dem Daumennagel nachziehen. Ein Falz, den man nachgezogen hat, öffnet sich im Flug nicht wieder. Das ist der Unterschied zwischen einem Flieger, der geradeaus fliegt, und einem, der abdreht.

Wenn er nicht fliegt

Fast alle Probleme haben eine von drei Ursachen, und alle drei lassen sich in zehn Sekunden beheben.

Er kippt nach vorne weg und stürzt ab
Zu wenig Auftrieb hinten. Biege die Hinterkanten beider Flügel einen Millimeter nach oben.
Er steigt steil, bleibt stehen und sackt durch
Zu viel Auftrieb hinten oder zu wenig Gewicht vorne. Biege die Hinterkanten leicht nach unten.
Er dreht immer zur selben Seite ab
Die Flügel sind nicht symmetrisch. Halte den Flieger von hinten auf Augenhöhe und richte beide Flügel auf die gleiche Höhe aus.

Häufige Fragen

Welcher Papierflieger fliegt am weitesten?

Der Nakamura-Lock. Seine stumpfe Nase hält den Schwerpunkt auch dann vorne, wenn er langsam geworden ist, und der Verriegelungsfalz hält die Flügelwurzel geschlossen. Der Pfeil ist schneller und in der halben Zeit gefaltet, sackt am Ende des Fluges aber weg. Wer nur einen Flieger falten will und Sorgfalt mitbringt, nimmt den Nakamura-Lock.

Welcher Papierflieger bleibt am längsten in der Luft?

Der Gleiter. Große Flügelfläche und wenig Gewicht ergeben einen langsamen Sinkflug, dafür kommt er nicht weit. Weite und Flugdauer sind bei Papierfliegern ein Gegensatz: Was das eine verbessert, verschlechtert das andere.

Heißt es Papierflieger oder Papierflugzeug?

Beides ist richtig und meint dasselbe. Papierflieger ist im Sprachgebrauch häufiger, Papierflugzeug etwas förmlicher. Wer aus Papier ein Flugzeug faltet, kann beides sagen.

Braucht man Schere oder Kleber?

Für keines der Modelle hier. Alle entstehen aus einem einzigen Blatt durch reines Falten. Das ist Absicht: Ein Flieger, für den man erst Werkzeug suchen muss, wird nicht gefaltet.

Mehr dazu bei den einzelnen Modellen:Gleiter,Pfeil,Looping-Flieger undNakamura-Lock, dazu dieWeltrekorde und diePhysik dahinter.