Papierflieger einfach falten

Fünf Falze, ein Blatt Papier, keine Schere. Dieser Flieger ist der einfachste, der zuverlässig fliegt: Er segelt langsam, verzeiht einen schiefen Falz und braucht keinen kräftigen Wurf. Genau deshalb gelingt er auch beim ersten Versuch und auch Kindern, die noch nie einen Papierflieger gefaltet haben.

einfach 5 Schritte 2 Minuten 1 Blatt A4

Gut für: den allerersten Flieger, für drinnen und für draußen bei Windstille.

Warum gerade dieser Flieger

Einfach ist ein Papierflieger nicht dann, wenn er wenige Falze hat, sondern wenn jeder Falz ein klares Ziel hat. Hier ist das eine Kante oder die Mittellinie. Nach Augenmaß geht nur die Breite des Kiels im letzten Schritt, und dort verzeiht der Flieger ein paar Millimeter. Eine Lasche, die man irgendwo hineinstecken muss, gibt es nicht.

Dazu kommt die stumpfe Nase. Die umgeklappte Spitze legt mehrere Papierlagen nach vorne, gerade so viel Gewicht, dass er nicht nach hinten kippt. Und sie macht ihn weniger spitz als den klassischen Pfeil, was zählt, wenn mehrere Kinder im selben Zimmer werfen. Seine Flugeigenschaften und die Physik dahinter stehen beim Gleiter.

Die Anleitung

Talfalte: nach vorne, zu dir hin falten Bergfalte: nach hinten, von dir weg falten schon vorhandener Falz

  1. Schritt 1 von 5: Leg das Blatt hochkant vor dich und falte es der Länge nach genau in der Mitte, sodass die beiden langen Kanten aufeinanderliegen. Wieder aufklappen: Der Falz in der Mitte ist ab jetzt deine Hilfslinie.

    Leg das Blatt hochkant vor dich und falte es der Länge nach genau in der Mitte, sodass die beiden langen Kanten aufeinanderliegen. Wieder aufklappen: Der Falz in der Mitte ist ab jetzt deine Hilfslinie.

  2. Schritt 2 von 5: Nimm die linke obere Ecke und leg sie an die Mittellinie. Die obere Kante des Blattes läuft dann genau am Falz entlang. Festdrücken, danach die rechte Ecke genauso. Oben ist jetzt eine Spitze wie ein Hausdach, und die beiden Ecken stoßen auf der Linie aneinander, ohne sich zu überlappen.

    Nimm die linke obere Ecke und leg sie an die Mittellinie. Die obere Kante des Blattes läuft dann genau am Falz entlang. Festdrücken, danach die rechte Ecke genauso. Oben ist jetzt eine Spitze wie ein Hausdach, und die beiden Ecken stoßen auf der Linie aneinander, ohne sich zu überlappen.

  3. Schritt 3 von 5: Klapp die ganze Spitze nach unten, und zwar genau dort, wo die beiden Dreiecke unten aufhören. Die Spitze liegt danach auf der Mittellinie und zeigt nach unten. Oben hat das Blatt jetzt eine gerade, dicke Kante: die Nase.

    Klapp die ganze Spitze nach unten, und zwar genau dort, wo die beiden Dreiecke unten aufhören. Die Spitze liegt danach auf der Mittellinie und zeigt nach unten. Oben hat das Blatt jetzt eine gerade, dicke Kante: die Nase.

  4. Schritt 4 von 5: Falte das Blatt an der Mittellinie nach hinten zusammen, sodass alles, was du bisher gefaltet hast, außen liegt. Ab hier zeigt die Zeichnung den Flieger von der Seite.

    Falte das Blatt an der Mittellinie nach hinten zusammen, sodass alles, was du bisher gefaltet hast, außen liegt. Ab hier zeigt die Zeichnung den Flieger von der Seite.

  5. Schritt 5 von 5: Klapp den vorderen Flügel nach unten. Unten bleibt ein Streifen von etwa zwei Fingern Breite stehen, daran hältst du den Flieger später. Dann umdrehen und den zweiten Flügel genauso falten, Kante auf Kante mit dem ersten.

    Klapp den vorderen Flügel nach unten. Unten bleibt ein Streifen von etwa zwei Fingern Breite stehen, daran hältst du den Flieger später. Dann umdrehen und den zweiten Flügel genauso falten, Kante auf Kante mit dem ersten.

Zum Schluss die Flügel aufklappen, bis sie von vorne gesehen fast waagerecht stehen, die Spitzen ganz leicht nach oben. Diese flache V-Form hält den Flieger aufrecht, wenn ihn ein Luftzug zur Seite drückt.

So fliegt er am besten

Wenn er nicht fliegt

Kein Grund, neu anzufangen. Fast immer genügt ein Handgriff an den Hinterkanten der Flügel, also an der Kante, die beim Fliegen hinten liegt.

Er taucht sofort steil nach unten
Beide Hinterkanten auf einem fingerbreiten Stück ganz leicht nach oben biegen, auf beiden Seiten gleich. Und sanfter werfen.
Er steigt, bleibt in der Luft stehen und fällt durch
Das Gegenteil: Die Hinterkanten zeigen zu weit nach oben, oder er wurde zu kräftig geworfen. Die Kanten wieder flacher streichen und ihn waagerecht schieben.
Er zieht immer zur selben Seite
Den Flieger von hinten auf Augenhöhe halten. Meist steht ein Flügel höher als der andere; beide auf dieselbe Höhe bringen. Zieht er danach noch nach links, die Hinterkante des rechten Flügels ein wenig nach oben biegen, bei Zug nach rechts die des linken.
Die Flügel klappen im Flug zusammen oder hängen nach unten
Die Falze sind zu weich. Alle noch einmal mit dem Fingernagel nachziehen und die Flügel in die flache V-Form stellen. Hilft das nicht, hält ein kurzes Stück Klebeband beide Hälften zusammen: oben quer über die Mitte, wo die Flügel aneinanderstoßen, kurz hinter der Nase.
Er fliegt gut, aber nicht weit
Das ist kein Fehler, sondern seine Bauart. Viel Flügelfläche heißt langsam und lange, aber nicht weit. Für Weite ist ein anderes Modell gebaut, siehe unten.

Mit Kindern falten

Der zweite Schritt ist der einzige, der Genauigkeit verlangt: die Ecke genau an die Mittellinie. Am besten legt das Kind die Ecke hin, ein Erwachsener hält sie dort fest, und das Kind streicht den Falz von der Spitze nach außen glatt. Alles andere schafft es meist allein.

Ein harter Tisch statt des Teppichs, ein scharf nachgezogener Falz statt eines weichen, und am Ende zwei gleich große Flügel: Mehr ist an diesem Flieger nicht zu beachten. Ist ein Falz schief geworden, trotzdem fertig falten und erst beim Fliegen nachbessern. Gerade dieser Flieger nimmt kleine Ungenauigkeiten nicht übel, und ein Kind lernt mehr dabei, wenn es den eigenen Flieger zum Fliegen bringt, als wenn es ein neues Blatt bekommt.

Normales Druckerpapier mit 80 g/m² ist richtig. Buntes oder kariertes Papier geht genauso, und bemalt werden darf der Flieger natürlich auch.

Wenn er fliegt: die nächsten Modelle

Sitzt der erste Flieger, sind diese drei der natürliche nächste Schritt, sortiert vom leichtesten zum anspruchsvollsten.

Häufige Fragen

Welcher Papierflieger ist am einfachsten zu falten?

Ein Gleiter mit umgeklappter Nase wie auf dieser Seite. Er braucht fünf Schritte, und jeder Falz läuft an einer Kante oder an der Mittellinie entlang. Der bekannte spitze Pfeil ist kaum schwerer zu falten, verlangt aber einen kräftigen Wurf und sackt weg, sobald er langsam wird. Für den allerersten Flieger ist das die schlechtere Wahl.

Kann ein Kind diesen Papierflieger allein falten?

Das hängt weniger vom Alter ab als davon, ob es eine Ecke genau an eine Linie legen kann. Das verlangt nur der zweite Schritt. Wer dort die Ecke festhält und den Rest dem Kind überlässt, gibt genau die Hilfe, die gebraucht wird, und nimmt ihm nicht das Falten ab.

Geht das auch mit einem kleineren Blatt?

Ja. Ein Blatt A5 hat dieselben Seitenverhältnisse wie A4, nur die halbe Fläche, jeder Falz landet also an derselben Stelle. Auch amerikanisches Letter-Papier geht, weil kein Schritt ein bestimmtes Seitenverhältnis voraussetzt. Die Anleitung bleibt in beiden Fällen Schritt für Schritt dieselbe.

Weiter geht es mit allen Anleitungen auf der Übersicht der Papierflieger, mit der Physik des Papierfliegers für die Frage, warum er überhaupt fliegt, und mit den Vorlagen zum Ausdrucken.